Beschlagene Scheiben und Wassertropfen an den Wänden gehören besonders im Herbst und Winter in vielen Gewächshäusern zum Alltag. Eine gewisse Menge an Kondenswasser ist zunächst völlig normal. Problematisch wird es jedoch, wenn dauerhaft zu viel Feuchtigkeit im Gewächshaus bleibt und Pflanzen, Konstruktion oder Ausstattung ständig nass sind.
Mit der richtigen Belüftung, einer angepassten Bewässerung und einem ausgeglichenen Raumklima lässt sich überschüssige Feuchtigkeit deutlich reduzieren. In diesem Beitrag zeigen wir, warum Kondenswasser entsteht und welche Maßnahmen langfristig helfen.
Warum entsteht Kondenswasser im Gewächshaus?
Kondenswasser entsteht, wenn warme, feuchte Luft auf eine deutlich kühlere Oberfläche trifft. Die Luft kann bei sinkender Temperatur weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Der überschüssige Wasserdampf schlägt sich deshalb als kleine Tropfen an Scheiben, Profilen und anderen kalten Bauteilen nieder.
Im Gewächshaus entsteht besonders viel Feuchtigkeit durch:
- Verdunstung aus dem Boden
- gegossene Pflanzen
- feuchte Pflanzgefäße und Untersetzer
- die natürliche Transpiration der Pflanzen
- Regenwasser und nasse Gegenstände
- starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht
An sonnigen Herbst- oder Wintertagen kann sich das Gewächshaus tagsüber stark erwärmen. Nach Sonnenuntergang sinkt die Temperatur schnell ab – ideale Bedingungen für Kondenswasser.
Ist Kondenswasser im Gewächshaus schädlich?
Einzelne beschlagene Scheiben am Morgen sind noch kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist, ob die Feuchtigkeit im Laufe des Tages wieder abtrocknen kann.
Bleibt das Gewächshaus über längere Zeit sehr feucht, können ungünstige Bedingungen entstehen. Dazu zählen beispielsweise:
- Schimmelbildung
- Pilzerkrankungen an Pflanzen
- Fäulnis an Blättern und Wurzeln
- Algenbildung
- dauerhaft nasse Oberflächen
- Schädlingsbefall bei geschwächten Pflanzen
Besonders bei der Überwinterung empfindlicher Pflanzen sollte deshalb darauf geachtet werden, dass Feuchtigkeit nicht dauerhaft im Gewächshaus eingeschlossen bleibt.
Gewächshaus richtig lüften und Feuchtigkeit reduzieren
Die wichtigste Maßnahme gegen dauerhaftes Kondenswasser ist ein regelmäßiger Luftaustausch.
Auch im Herbst und Winter sollte ein Gewächshaus daher nicht vollständig geschlossen bleiben. Entscheidend ist jedoch der richtige Zeitpunkt.
Am besten tagsüber lüften
Ideal ist das Lüften am späten Vormittag oder frühen Nachmittag, wenn die Außentemperaturen etwas höher sind.
Fenster oder Türen können für kurze Zeit geöffnet werden, damit feuchte Luft entweichen und trockenere Außenluft nachströmen kann.
An sehr kalten Tagen sollte lieber kurz und intensiv gelüftet werden, statt Fenster über viele Stunden gekippt zu lassen. Dadurch kühlt das Gewächshaus weniger stark aus.
Automatische Fensteröffner können helfen
Bei Gewächshäusern mit Dach- oder Seitenfenstern können automatische Fensteröffner die Belüftung unterstützen.
Sie reagieren temperaturabhängig und öffnen Fenster bei steigender Wärme selbstständig. Das ist besonders in den Übergangszeiten praktisch, wenn sich das Gewächshaus tagsüber schnell erwärmt.
Eine gute Luftzirkulation hilft dabei, große Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede im Innenraum zu reduzieren.
Pflanzen im Gewächshaus richtig gießen
Auch die Bewässerung beeinflusst die Luftfeuchtigkeit erheblich.
Im Herbst und Winter benötigen viele Pflanzen deutlich weniger Wasser als während der Hauptwachstumszeit. Zu häufiges Gießen erhöht die Verdunstung und damit auch die Feuchtigkeit im Gewächshaus.
Empfehlenswert ist daher:
- nur bei tatsächlichem Bedarf gießen
- Staunässe vermeiden
- Untersetzer regelmäßig kontrollieren
- möglichst morgens gießen
- Wasser nicht unnötig auf Bodenflächen verteilen
Wird morgens gegossen, kann ein Teil der Feuchtigkeit während des Tages wieder entweichen.
Gute Luftzirkulation zwischen Pflanzen schaffen
Sehr dicht stehende Pflanzen behindern den Luftaustausch.
Zwischen Kübeln, Pflanzgefäßen und Blättern sollte deshalb ausreichend Abstand bleiben. Das verbessert die Luftzirkulation und erleichtert das Abtrocknen feuchter Blätter.
Abgestorbene Pflanzenteile und Laub sollten regelmäßig entfernt werden. Sie speichern Feuchtigkeit und können zusätzlich einen guten Nährboden für Pilze bilden.
Kondenswasser und Heizung im Gewächshaus
Eine leichte Beheizung kann das Klima in einem Gewächshaus stabilisieren, verhindert Kondenswasser aber nicht automatisch.
Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Treffen diese feuchte Luft und kalte Scheiben aufeinander, kann weiterhin Kondensation entstehen.
Wer einen Frostwächter oder eine Gewächshausheizung verwendet, sollte deshalb trotzdem regelmäßig lüften.
Ziel sollte nicht sein, das Gewächshaus möglichst warm zu halten. Wichtiger ist eine möglichst stabile Kombination aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftaustausch.
Boden und Einrichtung als Feuchtigkeitsquelle beachten
Nicht nur Pflanzen geben Feuchtigkeit an die Luft ab.
Auch offene Wasserbehälter, nasse Gartengeräte, feuchte Erde oder Wasser auf befestigten Flächen erhöhen die Luftfeuchtigkeit.
Deshalb lohnt sich regelmäßig ein kurzer Kontrollgang:
- Steht irgendwo Wasser?
- Sind Untersetzer gefüllt?
- Liegt feuchtes Laub im Gewächshaus?
- Können Bodenflächen ausreichend abtrocknen?
- Gibt es dauerhaft nasse Stellen?
Schon kleine Änderungen können das Raumklima deutlich verbessern.
Kondenswasser bei Glas, Acrylglas und Stegplatten
Grundsätzlich kann Kondenswasser bei allen Gewächshausverglasungen auftreten. Wie stark es sichtbar wird, hängt unter anderem von Material, Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Wärmedämmung ab.
Auch hochwertige Verglasungen können physikalisch bedingte Kondensation nicht vollständig verhindern.
Die wichtigste Maßnahme bleibt daher unabhängig vom verwendeten Material ein gutes Zusammenspiel aus Belüftung, Temperatur und Feuchtigkeitsmanagement.
Gewächshaus im Winter regelmäßig kontrollieren
Während der kalten Jahreszeit lohnt es sich, das Gewächshaus regelmäßig zu überprüfen.
Achte insbesondere auf:
- dauerhaft beschlagene Scheiben
- Tropfwasser auf Pflanzen
- feuchte oder schimmelige Erde
- abgestorbene Pflanzenteile
- stehendes Wasser
- ungewöhnlich hohe Luftfeuchtigkeit
- schlecht belüftete Bereiche
Wer Probleme früh erkennt, kann meist mit einfachen Maßnahmen gegensteuern.
Das richtige Klima schützt Pflanzen und Gewächshaus
Kondenswasser im Gewächshaus lässt sich nicht vollständig verhindern – und das ist auch nicht notwendig. Entscheidend ist, dass überschüssige Feuchtigkeit regelmäßig entweichen kann und Pflanzen nicht dauerhaft nass bleiben.
Regelmäßiges Lüften, bedarfsgerechtes Gießen, ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen und eine gute Luftzirkulation sorgen auch im Herbst und Winter für ein ausgeglicheneres Gewächshausklima.
So entstehen bessere Bedingungen für gesunde Pflanzen und eine erfolgreiche Überwinterung.


